Bürgerprotest in Krefeld : Historischem Försterhaus droht Abriss

Sie wollen den Abriss des Försterhauses verhindern (v.l.): Heimatforscher Helmut Sallmann, Bürgervereins-Vorsitzender Michael Gobbers, Heinz-Albert Schmitz und Hans-Josef Ruhland (CDU) sowie Günther Porst (FDP). Foto: Carola Puvogel

Im Forstwald regt sich Widerstand gegen den Plan der Verwaltung, das rund 170 Jahre alte Försterhaus an der Plückertzstraße abzureißen. Bürger und Politik fordern ein Nutzungskonzept für das historische Gebäude.

Das historische Försterhaus im Forstwald soll abgerissen werden. Gegen diesen Plan des Fachbereichs Umwelt, der zur Überraschung aller Bezirksverordneten in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung West bekannt wurde, regt sich nun Widerstand: Forstwalder Bürger und Politiker fordern den Erhalt des Hauses, das um 1850 erbaut wurde. Die Verwaltung soll, sagen Vertreter des Bürgervereins, der CDU, FDP sowie Heimatforscher Helmut Sallmann, ein Nutzungskonzept für das ehemalige Wohn- und Dienstgebäude des Försters erarbeiten, anstatt den Abriss zu beauftragen.

Das Vorgehen der Verwaltung, den Abbruch des Hauses ohne Einbeziehung der Politik und Bürgerschaft verfügen zu wollen, sorgt für großes Unverständnis. Herausgekommen war der Plan jetzt, weil Helmut Sallmann im Rahmen der Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung West gefragt hatte, wie es mit dem seit rund zwei Jahren leer stehenden Haus denn weitergehen solle. Die Antwort wurde in der jüngsten Sitzung des Gremiums direkt vor Weihnachten verlesen: Eine Prüfung habe ergeben, dass das Haus nicht die Voraussetzungen erfülle, um unter Denkmalschutz gestellt zu werden, ließ die Leiterin des Fachbereichs Umwelt, Kathrin Gardner, mitteilen. „Es wurde entschieden, für das Försterhaus einen Abbruchantrag zu stellen und das Grundstück nach dem Abbruch

Für den Forstwald soll ein umfassendes Konzept erarbeitet werden, das unter anderem die Herstellung der historischen Wegebeziehungen vorsieht. Forsthaus und Försterhaus liegen sich an der Kreuzung Plückertzstraße und Forstwaldstraße (A) schräg gegenüber. Foto: Carola Puvogel

Möglichkeiten für ein Nutzungskonzept und eine 80-prozentige Finanzierung könnten sich aus dem Förderprogramm der Landesregierung „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen“ ergeben. Der Umweltausschuss hat bereits im November einstimmig beschlossen, für den Forstwald einen Förderantrag einzureichen. Dieser wird derzeit ausgearbeitet und sieht zum Beispiel vor, dass historische Sichtachsen im Forstwald wieder hergestellt werden. Auch für das Försterhaus könnte in diesem Rahmen eine neue Nutzung konzipiert werden.

Der Fall erinnert in gewisser Weise an das Bootshaus am Stadtwaldweiher. Auch dort konnte keine Denkmalwürdigkeit festgestellt werden, der Abriss des Kleinods drohte. Gerettet wurde das Gebäude seinerzeit, weil Krefelder Bürger spendeten und so die Sanierung des Hauses möglich machten.

Artikel der RP vom 31.12.2019

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1 Antwort zu Bürgerprotest in Krefeld : Historischem Försterhaus droht Abriss

  1. Es leben zwei Töchter des Oberförsters Wolfgang Oberhettinger, der das Haus mit Familie von 1934 an bewohnte. Gerne zeigen wir Bilder aus der Zeit, beide Schwestern können lebhaft aus der Zeit im Forstwald erzählen, noch könne sie es. Meine Mutter Dietlinde ist im Forsthaus geboren und hat dort bis zu ihrer Heirat 1959 gewohnt, meine Großmutter verliess das Haus 1965.
    Im Jahre 2015 nahm ich Kontakt zum Liegenschaftsamt auf, ich hätte das Haus kaufen wollen. Es hiess, das Haus habe Bestandsschutz ! .Umso entsetzter mein Lesen in der RP vom drohenden Abriss. susann sieben.

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