Ehrung für die „unbeugsamen Gallier“ aus Forstwald

Beim Dreikönigstreffen der FDP bekommt die Bürgerinitiative Aufforstung Kasernengelände den jährlichen Preis für Zivilcourage

 

Die Wiederaufforstung des al­ten Kasernengeländes Forst­wald ist ein alles andere als neu­es Thema – aufgrund der anhal­tenden Klima-Debatte aber ak­tueller denn je. Das sieht man offenbar auch bei der Krefelder FDP so: Beim Dreikönigstreffen der Liberalen am Montagabend in der „Kulisse” am Hauptbahn­hof verlieh man der Bürgeriniti­ative Forstwald für Aufforstung Kasernengelände den diesjähri­gen „Preis für bürgerschaftliche (Zivilcourage”. In seiner Laudatio verglich Ratsherr und Mitglied des Um­weltausschusses Günther Porst die Bürgerinitiative aus Forst­wald mit den nachhaltig wider­spenstigen Galliern aus „Asterix und Obelix”. „Wir schrei­ben das Jahr 1952. Britisches Militär beansprucht das mit­ten im Forstwald gelegene Ge­lände für seine Zwecke”, blick­te Porst zurück.
50 Jahre später sei es dann die Politik gewesen, die den Bürgern die ehemals verspro­chene Wiederaufforstung des Areals nach dem Abzug der Bri­ten vorenthielt und stattdessen Wohnsiedlungen vorsah. „Aber ein von unbeugsamen Bürgern beseeltes Dorf- nicht in Gallien – leistet Widerstand”, so Porst.

Die Bürgerinitiative sei mit ihrem Anliegen ihrer Zeit voraus

Dennoch blieb die Stadt bei ihrem Plan und wies das al­te Kasernengelände als Fläche für Wohnbebauung aus – was zur Gründung der Bürgeriniti­ative führte. Und obwohl die­se mit ihrem Anliegen bei den Entscheidern meist auf Des­interesse gestoßen sei, hätten sich die engagierten Bürger nicht entmutigen lassen. „Es gehört schon viel Courage und Beständigkeit dazu, das durch­zuhalten”, so Porst.

Die Bebauungspläne der Stadt scheiterten dann jedoch am Geld: Der Preis, den die Bun­desanstalt für Immobilienauf­gaben für das Kasernengelän­de verlangte, war der Verwal­tung in Krefeld viel zu hoch. „Seitdem herrscht Funkstille. Seitens der Verwaltung jeden­falls”, so Porst. Nicht jedoch bei der Bürgerinitiative: 2018 legte diese eine 50-seitige Broschüre mit dem Titel „Verbesserung der Lebensqualität durch Auf­forstung des Kasernengelän­des” vor.

Und dann kam die Diskussi­on um den Klimawandel – und mit ihr das Bestreben der Stadt­verwaltung, Maßnahmen zum Schutz des Klimas zu priorisieren. „Die Bürgerinitiative war und ist also ihrer Zeit voraus”, schlussfolgerte Porst.

„Der Bürgerinitiative Forst­wald für Aufforstung Kaser­nengelände ist es zu verdanken, dass die Idee der Wiederauffors­tung lebendig bleibt”, schloss er ab. Folge man ihr, so habe das Ziel, den Naturraum Forstwald wiederherzustellen „hohe Pri­orität auf der planungspolitischen Agenda unserer Stadt”.

Bericht der WZ vom 07.01.2020  Stefanie Keisers

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