Holterhöfe: „Für Wartehäuschen zu klein“

 

Foto: T.Lammertz

Das abmo ntierte Wartehäuschen an der Bushaltestelle wird nicht ersetzt. Der Bürgerverein hatte sich für eine neue Unterstellmöglichkeit eingesetzt. Doch die Fahrgastzahl sei zu gering, hieß es. Der Bürgerverein will nicht aufgeben.

Bürger aus Holterhöfe, die den öffentlichen Nahverkehr nutzen, werden buchstäblich im Regen stehen gelassen: Im Zuge des Neubaus der Anrather Straße vor Holterhöfe im vergangenen Jahr wurde das Wartehäuschen an der Bushaltestelle abmontiert und blieb seither verschwunden. Birgit Henschtel vom Bürgerverein hat jetzt erfahren, dass es wohl dauerhaft dabei bleiben wird, dass Schulkinder und andere Holterhöfer, die auf den Bus angewiesen sind, ohne Schutz vor Wind und Wetter auskommen müssen: Die SWK Mobil hat auf mehrfaches schriftliches Nachfragen Hentschels mitgeteilt, dass die Fahrgastfrequenz in Krefelds kleinstem Stadtteil zu gering sei, um die Aufstellung eines Wartehäuschen zu rechtfertigen. Zu ihrem Erstaunen musste Hentschel lernen, dass die SWK Mobil selber gar keine Wartehallen für ihre Fahrgäste vorhält.

Auf Hentschels Anfrage antwortet SWK-Mobil-Chef Guido Stilling: „Die SWK Mobil verfügt über kein eigenes Kontingent an Wartehallen, sondern die Firma DSM Ströer ist Eigentümer der Wartehallen in Krefeld.“ Selbstverständlich tausche man sich zwischen SWK Mobil und Ströer über die Wartehallenstandorte aus. Aber, so Stilling: „Wie so oft, sind auch hierbei die Mittel begrenzt und wir müssen beim Aufbau von Wartehallen Prioritäten setzen. Bei der Haltestelle ‚Holterhöfe‘ reicht weder die tägliche Fahrgastfrequenz, noch die Frequenz vorbeifahrender Fahrzeuge aus, um den Aufbau einer neuen Glaswartehalle, gegebenfalls mit Werbefläche zu rechtfertigen.“ Die alte Wartehalle sei im Zuge der Bauarbeiten abgebaut worden und habe aufgrund ihres Alters und aus statischen Gründen nicht wieder installiert werden können.
Für Patrick Albrecht, Mitglied im Vorstand des Bürgervereins, ein Unding: „Wir wollen aus Umweltgründen den Umstieg vom Auto auf den ÖPNV – und machen das Fahren mit dem ÖPNV unattraktiv. Wenn wir hier an der Anrather Straße auf den Bus warten und es regnet oder stürmt, ist man dem Wetter völlig schutzlos ausgeliefert.“ In der Stadt, argumentiert Albrecht, gebe es in der Regel wenigstens die Möglichkeit, sich in Hauseingängen oder unter Vordächern unterzustellen. „Das fehlt hier in Holterhöfe völlig.“ Birgit Hentschel sagt: „Das Häuschen für die Bushaltestelle in Fahrtrichtung Krefeld ist auf den Bauplänen aufgeführt. Wir fordern, dass es wieder aufgestellt wird.“

Die Anrather Straße ist, wie ausführlich berichtet, im vergangenen Jahr um einige Meter verlegt und neu gebaut worden. Immer wieder gab es im Zuge der von Straßen NRW verantworteten Baumaßnahme Irritationen: Zufahrten in die Siedlung wurden ersatzlos gestrichen, so dass ein Teil des Verkehrs in das Wohngebiet nun über die sehr schmale Straße Am Rotdorn abgewickelt werden muss, die in sehr schlechtem Zustand ist. Bordsteinabsenkungen an der neuen Kreuzung, die eigentlich für Barrierefreiheit sorgen sollten, waren zu schmal. Zuletzt entzündete sich der Zorn der Bürger daran, dass die Ortsschilder an der Anrather Straße abmontiert wurden, die Befürchtung ist, dass die nun gut ausgebauten Straße noch mehr zum Rasen einlädt.

Artikel der R.P. vom 28.02.2019 v. C.Puvogel

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