SPD will Bürgerwald im Forstwald

Die SPD-Fraktion hat beantragt, dass die Stadt den Teil des ehemaligen Kasernengeländes am Forstwald kauft, der auf Tönisvorster Gebiet liegt, und dort einen Bürgerwald anlegt. Die CDU-Fraktion ist dagegen.

Das ehemalige Kasernengelände im Krefelder Forstwald ist immer mal wieder Thema in den politischen Gremien der Stadt Tönisvorst. Schließlich liegt ein Drittel des Grundstücks, gut fünf Hektar, auf Tönisvorster Stadtgebiet. Diesmal ist es die SPD-Fraktion, die das Grundstück und dessen Zukunft wieder ins Gespräch bringt. Im Bau-, Energie-, Verkehrs- und Umweltausschuss beantragen die Sozialdemokraten, die Stadt möge das Grundstück von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz BIMA, kaufen und aufforsten.

„Die etwa fünf Hektar große, brachliegende Fläche auf dem ehemaligen Kasernengelände bietet die Möglichkeit, den Grünflächenanteil und damit den Erholungs- und Freizeitwert innerhalb der Stadt zu erhöhen“, argumentiert die SPD. „Das Gelände ist jetzt relativ günstig zu bekommen und bietet eine gute Gelegenheit, in öffentliche Waldfläche als Ausgleichsfläche zu investieren“, sagt Hans-Joachim Kremser (SPD).

Info:
Die Geschichte des Kasernengeländes
Das Gelände ist etwa 16 Hektar groß und von einem hohen Zaun umgeben. Während des Zweiten Weltkrieges hatten die Nazis dort ein Lager für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. 1945 wurde das Gelände von den Briten beschlagnahmt. Straßen und Steinbaracken entstanden. 2002 gaben sie den Standort auf. Das Grundstück ging in den Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über.

„Der Antrag ist Kokolores“, findet hingegen Christian Rütten von der CDU-Fraktion. Schließlich sei auf dem Areal in den vergangenen Jahren bereits ein wilder Wald gewachsen. „Warum sollen wir das Grundstück kaufen, das Risiko eingehen, eine Altlastensanierung durchführen zu müssen, und dann wieder einen Wald anpflanzen?“ Tatsächlich, das sagt auch Bürgermeister Thomas Goßen, seien mögliche Altlasten das Problem bei den Verhandlungen gewesen, die die Stadt bereits vor einigen Jahren mit dem BIMA über einen möglichen Kauf geführt habe.

Helmut Derksen von der GUT schlägt vor, man solle sich mal das Gutachten zum Thema Altlasten ansehen. So schlimm könne es nicht sein, denn „schließlich haben die Krefelder im Vorjahr ein Wohngebiet auf ihrer Seite von der Bezirksregierung genehmigt bekommen.“ Tatsächlich hat die Stadt Krefeld Pläne in der Schublade, die bis zu 165 Wohneinheiten auf dem Krefelder Teil des Geländes vorsehen. Auch die GUT kann sich eine Wohnbebauung auf dem ehemaligen Kasernengelände vorstellen. „Wir haben mehr als fünf Hektar, das muss ja nicht komplett bewaldet werden. Eventuell ließe sich auch ein Teil bebauen“, sagt Derksen. Der Regionalplan sehe auch vor, dass „Wohngebiete an der Schiene“ gefördert werden sollen, argumentiert der Politiker.

Auch Hans Joachim Kremser glaubt nicht an Altlasten. „Der Tönisvorster Teil des Kasernengeländes war hauptsächlich ein Sportplatz“, weiß der Politiker, der an der Aufforstung festhält. Das Argument der CDU-Fraktion, dort sei bereits ein Wald, lässt er nicht gelten: „Ein Naherholungsgebiet mit einem Zaun drum funktioniert nicht. Der Wald soll begehbar werden.“

Schließlich einigt der Fachausschuss sich darauf, dass die Idee, das Grundstück zu kaufen und wie auch immer zu nutzen, in das Stadtentwicklungskonzept aufgenommen wird, das zurzeit erstellt wird. Wie es weitergeht mit dem Kasernengelände, wird sich dann zeigen.

(RP) 21.06.2018 von Stephanie Wickerath

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